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Gfäll



Der Entschluss zum Bau einer Kirche in Gfäll entstand aus der schwierigen Lage zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Die Einwohner gehörten zu verschiedenen Pfarreien – Brennberg, Falkenstein und Zell –, die alle weit entfernt lagen. Besonders im Winter waren die Wege beschwerlich. Erst auf Initiative von Pfarrer Geistlicher Rat Josef Heigl aus Falkenstein wurde das Vorhaben konkret umgesetzt.
1948 gründeten 22 Mitglieder einen Kirchenbauverein. Dank großer Spendenbereitschaft der Bevölkerung, zahlreicher Materialspenden sowie finanzieller Unterstützung durch Erzbischof Dr. Michael Buchberger konnte 1953 mit dem Bau begonnen werden. Die Pläne stammten vom Regensburger Architekten Josef Koch, die Bauleitung übernahm die Firma Josef Spitzer aus Gfäll. Nach nur zwei Jahren Bauzeit wurde die Kirche am 6. Februar 1955 durch Pfarrer Heigl benediziert und am 8. Februar 1955 Mai desselben Jahres durch Weihbischof Josef Hiltl feierlich konsekriert. Der Schutzpatron der neuen Kirche ist der Heilige Josef.
Der Hochaltar wurde von Gfäller Familien gestiftet; ein Seitenaltar stammt aus dem Kloster Mallersdorf. Die Gesamtkosten des Kirchenbaus beliefen sich auf rund 100.000 DM. 1957 entstand südlich der Kirche ein Friedhof mit Leichenhaus, ebenfalls errichtet von Maurermeister Spitzer.
In den vergangenen Jahrzehnten blieb das äußere Erscheinungsbild weitgehend unverändert. 1980 wurde das Kirchendach erneuert, später folgten verschiedene Sanierungen. Im Jahr 2012 erhielt der Friedhof eine Urnenwand aus Granit. Durch ein hölzernes Rundbogenportal gelangt man in das helle Kirchenschiff, dessen weiße Wände und große Fenster eine freundliche Atmosphäre schaffen.
Im Altarraum steht ein schwerer Granitaltar mit passendem Volksaltar und Ambo, die ursprünglich aus Falkenstein stammen. Ein großes Holzkreuz über dem Altar, zwei Seitenaltäre aus Mallersdorf – der Muttergottes und dem Herz Jesu geweiht – sowie farbige Holzfiguren prägen den Innenraum. Besonders eindrucksvoll ist die große Apsis mit farbenprächtigen Darstellungen des Lebens der Heiligen Familie. Ergänzt wird das Kircheninnere durch einen Kreuzweg in leuchtenden Farben, der die Leidensgeschichte Christi nachzeichnet.
Die Filialkirche Gfäll übernahm mehrfach eine besondere Rolle für die Pfarrei Falkenstein. So diente sie in den Jahren 1991 und 2024 während umfangreicher Renovierungen der Pfarrkirche als Ausweichort für Gottesdienste. 1991 wurde hier im Beisein von Weihbischof Manfred Müller über 100 Kindern das Sakrament der Firmung gespendet.
Heute ist die Filialkirche St. Josef ein wichtiger Mittelpunkt des kirchlichen Lebens in Gfäll und Ausdruck des Gemeinschaftssinns, mit dem dieses Gotteshaus errichtet und über Jahrzehnte erhalten wurde.