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Marienstein



Die auf einem Felshügel weithin sichtbare Filialkirche von Marienstein ist den Heiligen Petrus und Paulus geweiht. Beide Apostel zählen zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des frühen Christentums und fanden im 1. Jahrhundert in Rom den Märtyrertod. Ihr gemeinsamer Gedenktag ist der 29. Juni.
Der Ortsname "Ernstain" – althochdeutsch für "der uneinnehmbare Fels" – sowie Flurnamen wie "Hohe Wacht" deuten auf eine frühere Burganlage hin. Nach der Christianisierung wird der Ort 1143 erstmals in Zusammenhang mit dem Kloster Walderbach erwähnt. Um 1525 ließ der damalige Burgherr vom Sengersberg zur Sühne für einen Brudermord eine erste Kapelle auf dem Felsen errichten. Nach einer zehnjährigen Bauzeit wurde am 10. August 1729 die heutige Kirche eingeweiht.
Seit 1938 gehört Marienstein als Filialkirche zur Pfarrei Falkenstein. Der Kirchenbau aus dem 18. Jahrhundert fügt sich harmonisch in die Felsengruppe der "Hohen Wacht" ein. Der Turm, anfangs quadratisch und im oberen Teil achteckig, ist mit einer Zwiebelspitze abgeschlossen und prägt das Ortsbild.
Das innere Kirchen ist schlicht gestaltet. Der Hochaltar aus marmoriertem Holz, eine spätgotische Madonna mit Kind und mehrere Gemälde stammen aus der Entstehungszeit des Baus. Eine Plastik der Rosenkranzmadonna ergänzt den Raum. Die Glasfenster wurden 1978 vom Falkensteiner Künstler Prof. Blasius Spreng entworfen und zeigen Szenen aus dem Leben der beiden Patrone Petrus und Paulus. Im Zuge der Innenrenovierung von 1998 bis 2000 wurden neue Kirchenbänke und zwei Deckengemälde des Malers Franz Berg aus Michelsneukirchen eingebracht. Sie zeigen das Pfingstereignis und "Den Guten Hirten" und verbinden religiöse Motive mit der Lebenswelt der Menschen vor Ort.
Mehrere Blitzeinschläge und ein Brand im Jahr 1821 forderten die Bevölkerung immer wieder heraus, das Gotteshaus gemeinsam zu erneuern. Zwischen 2013 und 2014 wurden Dachstuhl, Kirchendach, Turmuhr und Außenputz saniert, 2018 bis 2020 folgte die Restaurierung der "Himmelsstiege" mit ihren 92 Stufen hinauf zur Kirche.
Am Fuße des Kirchbergs erinnert ein Kriegerdenkmal an die 32 Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Daneben befindet sich eine Mariengrotte. Seit 1923 verfügt Marienstein über einen eigenen Friedhof. Bis in die 1980er Jahre war der Ort außerdem Schulstandort.
Seit 1833 befindet sich am Ort ein Wirtshaus, das bis heute von der dortigen Wirtsfamilie geführt wird. Die traditionsreiche Gaststätte mit großer Terrasse bietet einen weiten Blick auf das Perlbachtal bis nach Falkenstein und unterstreicht die schöne Verbindung von Glauben, Gemeinschaft und Heimat in Marienstein.

 

Aus der Festschrift eine Zusammenfassung von Filialkirche St. Peter und Paul Marienstein